Benennung Familie Schwarz-Platz

Der Fachausschuss „Wirtschaft, Kultur, Inneres und Sport“ des Stadtteilbeirats Findorff hat am 02.03.2021 einstimmig den Beschluss gefasst, eine Benennung des Platzes vor dem Schlachthof zu unterstützen. Mit dem Namen „Familie Schwarz - Platz“ verbindet sich die Erinnerung an die schrecklichen Leiden der Sinti und Roma während der NS Zeit und ihre Deportation im März 1943, die auf dem Gelände des Schlachthofs in Bremen begann. Auf diese Weise wird die Verbindung hergestellt zu der bereits auf dem Platz aufgestellten Erinnerungs-Stele, an der jährliche Gedenkveranstaltungen durchgeführt werden.

Die Benennung nach einer Familie aus dem Personenkreis der Sinti und Roma kann die Erinnerung an die Opfer lebendig halten und gleichzeitig mahnen, gegen jede Form von Rassismus und Unmenschlichkeit zu sein.

Der Beschluss im Wortlaut :
Benennung des „Skaterplatzes“ am Schlachthof in „Familie Schwarz – Platz“

Der Fachausschuss Wirtschaft, Kultur, Inneres und Sport bittet die Messe Bremen (M3B) in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung Bremen und der Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau die Benennung eines Areals auf der Bürgerweide nach einer Findorffer Familie zu überprüfen und das Verfahren zur Benennung des Platzes einzuleiten.

Der Fachausschuss Wirtschaft, Kultur, Inneres und Sport unterstützt die Idee des Arbeitskreises „Erinnern an den März 1943“, den Namen „Familie Schwarz-Platz“ für das Gelände des Skaterplatzes neben dem Schlachthof zu vergeben. Dem Arbeitskreis gehört u.a. der „Landesverband deutscher Sinti und Roma e.V.“ an.

Benannt werden soll das Areal, das derzeit als „Skaterplatz“ bekannt ist und direkt vor dem Haupteingang des Kulturzentrums Schlachthof liegt.

Dort ist eine Gedenktafel zum Gedenken an die Deportation nach Auschwitz im März 1943 von fast 300 Sinti und Roma installiert. Die Sinti und Roma wurden nach Bremen auf den Schlachthof gebracht. Die Kriminalpolizei hatte hier ein Sammellager eingerichtet, vermutlich in einer Markthalle. Wegen der Bedeutung des Platzes für die Verfolgungsgeschichte der Sinti und Roma in Nordwestdeutschland ist eine Benennung angemessen. Der Fachausschuss wird den Prozess der Benennung weiterhin aktiv unterstützen. In der Findorffstraße, in unmittelbarer Nähe des Schlachthofs, wohnte die Sinti-Familie Schwarz. Mindestens drei Kinder der Familie gingen zur Schule an der Gothaer Straße. Die Deportation nach Ausschwitz überlebte nur ein Kind von zehn Kindern.

 

Beatrix Eißen

Sprecherin des Fachausschusses „Wirtschaft, Kultur, Inneres und Sport“ des Stadtteilbeirats Findorff

 
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